Den Ruf der Trommel hat Saxophonistin, Flötistin und Sängerin Sofi Hellborg sicher gehört. Nach ihrem 2006er Album "To Give Is To Get" mit der Afrobeat-Legende Tony Allen bahnte sich eines unvermeidlich an: ein Nachfolger mit Orientierung in Richtung Afro-Calypso und Schwerpunkt auf perkussiven Elementen.
Sofi
Hellborg - "Drumming Is Calling"
Entsprechend steigt die Band auf "Drumming is Calling" ein mit Sofi Hellborg, die beschwingt zwischen Sprechgesang und Instrumenten hin und her springt, und mit dem Auftaktstück "Government Lies" ein enormes Maß an Drive und Funkyness an den Tag legt. Offensichtlich stacheln der kritische Text und die treibenden Rhythmen die Musiker hier erfolgreich gegenseitig an.
Leider hält das Album nicht, was der erste Song verspricht; über die folgenden Stücke ist ein deutlicher Abfall in Bezug auf "eine Botschaft haben", "eine Geschichte erzählen" und "Abwechslungsreichtum" zu verzeichnen. So richtig genial kommt immerhin wieder der letzte Track rüber: "Bottledance" ist ein reines Instrumentalstück, für das Perkussion und Flöte dem Vogelgezwitscher auf der Insel Amrum oder einem Zikadenschwarm gelauscht haben mögen. Warum das Album seinen roten Faden verliert, ist schwer zu beantworten eine Mini-CD mit drei oder vier Stücken anstelle eines ganzen Albums hätte so richtig eingeschlagen.
Vielleicht war es reiner Zeitdruck oder fehlte der Musikerin eine über zehn Songs tragende Vision? So ergibt das Gesamtbild leider nur guten Durchschnitt.
Carina Prange
CD: Sofi Hellborg - "Drumming Is Calling" (Ajabu! CD011)
Sofi Hellborg im Internet: www.sofihellborg.com
Ajabu Records im Internet: www.ajabu.com
Cover: n.n.