Schwarzes Licht kann auf der Theaterbühne Dinge zum Schweben bringen und Gegenständen plötzlich ein Eigenleben verleihen. Das Auge ist auf das Wesentliche fixiert, alles andere bleibt im Dunkeln. So entsteht eine Stimmung, die geradewegs in eine Welt der Magie führt.
Richard
Galliano - "Luz Negra"
Auch auf Luz Negra, das schwarze Licht, geht es um das Ausleuchten von Stimmungen und Gefühlen. Der französische Akkordeonvirtuose Richard Galliano und sein Tangaria Quartett tauchen ein in ein breites Spektrum emotionaler Befindlichkeiten. Herausgekommen ist eine "kraftvoll jubilierende Hymne an das Leben, eine musikalische Feier des Daseins", voller Leidenschaft, kraftvoller Dynamik und lyrischer Magie.
Galliano schlägt den Bogen von einer modernen Musette-Tradition, die er mitbegründet hat, zum Jazz und zu lateinamerikanischen Spielformen. Insbesondere dem Tango Nuevo. Umwerfend seine Spielleidenschaft und seine Lust, Grenzen des Vertrauten zu erforschen, was ihn zu so vielen produktiven Begegnungen geführt hat, wie der etwa mit Michel Portal, Joe Zawinul, Jan Garbarek oder Michel Petrucciani. Mit seinem international besetzten Tangaria Quartett (Tan steht für Tango und Aria für J. S. Bach) hat er 2006 im brasilianischen Sao Paulo die 14 Aufnahmen von Luz Negra eingespielt.
Alexis Cardenas (Violine), der von Philip Catherine bekannte Phillippe Aerts (Bass), Rafael Meijas (Percussion) und der brasilianische Mandolinenspieler Hamilton de Holanda erweisen sich als kongeniale Partner des Franzosen. Sie schaffen höchst bewegende Momente, voller Dramatik und Tragik, voller Nostalgie und Poesie, um gleich darauf mit einer Leichtigkeit und Grazie dahinzufliegen, dass jede Melancholie wie weggewischt zu sein scheint. Bar jeder fahler Gefühlsduselei und verlogener Emotionen schaffen Galliano und sein Quartett Wachzustände von Emotion pur, denen man sich nicht entziehen möchte.
Herbert Federsel
CD: Richard Galliano - "Luz Negra" (Milan/ Warner 399 078-2)
Richard Galliano im Internet: www.richardgalliano.com
Warner Records im Internet: www.warnerjazz.de
Cover: n.n.