David Adamson, ein schwergewichtiger weißer Laptop-Frickler, macht als Grampall Jookabox eine eigenartige Musik, die funkiness und avantgardistische Eigenartigkeit miteinander vereint, ohne dabei die Grenzen des Pop zu verlassen. "Ropechain", sein zweites Album, verbindet Hip-Hop, Psychedelic und Klangbasteleien zu einer zauberhaften Melange zwischen Traum und Wirklichkeit.
Grampall
Jookabox - "Ropechain"
Mit einer wahnwitzigen Intuition gelingt es Adamson mit Hilfe seines Laptops, viele verschiedene, live eingespielte Instrumental- und Gesangsspuren miteinander zu verschmelzen und daraus durchtriebene Pop-Musik zu machen: Rückwärts abgespielte Gesangsspuren treffen auf rumpelige Gitarrensamples und schaukelige Beats und zeugen von einer Experimentierlust, wie sie in der elektronischen Musik selten zu finden ist. Adamson macht aus Geräuschen Popmusik mit einem Hang zum Verqueren.
Obwohl hier alles am Computer zusammengefummelt wurde, findet sich auf "Ropechain" ein Vibe, der dem des Soul am Ende der sechziger Jahre gleicht zu dieser Zeit hatten psychedelische Musik und psychedelische Drogen die Ghettos erobert und führten dazu, dass sich in Soul und Funk eine hervorragend tanzbare Durchgeknalltheit breit machte.
Die Musik von Grampall Jookabox mit ihren in sich verschraubten Arrangements, Gitarrensolis, Mickey-Mouse-verzerrten Leadvocals und schweren Bassläufen setzt genau da an. Vielleicht handelt es sich bei "Ropechain" um ein völlig neues Genre so eine Art "Lachgas-Pop"?
Michael Freerix
CD: Grampall Jookabox - "Ropechain"
(Asthmatic Kitty Records AKR051)
Grampall Jookabox im Internet: www.myspace.com/jookabox
Asthmatic Kitty Records im Internet: www.asthmatickitty.com
Cover: Moose Adamson / David Stith