Diese CD beginnt mit einem Raunen, das sich in einen filigranen musikalischen Kosmos hineinsteigert, in dem sich Artrock mit orientalischer Tonalität treffen. Was man hier erlebt, ist das Solodebüt von Mariusz Duda, dem Bassisten und Sänger der polnischen Progressive-Band ... Riverside? Genau und das mag als Garantie dienen, dass auch "Lunatic Soul" kein musikalisches Leichtgewicht sein wird.
Lunatic
Soul - "Lunatic Soul"
Fern vom Bombast überzeugt die Platte durch gutes Songwriting, das höchst stimmungsvoll inszeniert ist vom akustisch dargebotenen Metallriff in "Out On A Limb" über das hitverdächtige "Summerland" bis zum hypnotischen Titelstück. Leider sind (zumindest bei der Promoversion) keine Texte enthalten, so dass eine letzte Begutachtung in dieser Hinsicht entfallen muss.
Laut Dudas eigener Aussage ist die CD ein "Dokument der Vergänglichkeit" und entbehrt tatsächlich auch nicht einer gewissen Düsternis. Die Schwermut, die manche Stücke ausstrahlen, artet jedoch nie in Wehleidigkeit aus; die Musik bleibt energiegeladen und wirkt durch ihre Vielschichtigkeit immer spannend.
Recht spät erst fällt auf, dass auf dieser Platte völlig genreuntypisch keine E-Gitarren zu hören sind (akustische Saiteninstrumente schon). Das ist jedoch kein Manko, sondern hilft bei der Vermeidung sonst üblicher Stereotypien. Auf "Lunatic Soul" hört man das, worum es eigentlich im Wesentlichen immer gehen solte: Musik.
Frank Bongers
CD: Lunatic Soul - "Lunatic Soul"
(Snapper Records/SPV KSCOPE112P)
Lunatic Soul im Internet: www.lunaticsoul.com
KScope Records im Internet: www.kscopemusic.com
Cover: n.n.