Sie klingen ähnlich wie die Pogues (vielleicht nicht ganz so anarchisch), spielen unterhaltsamen Folkpunk auf hohem Niveau und würden überall unbesehen als ur-irische Band durchgehen. Die Gruppe "Flogging Molly", um deren vierte CD es hier geht, stammt allerdings aus dem sehr wenig irischen Los Angeles. Dürfen die das?
Flogging
Molly - "Float"
"Ja, die dürfen das", könnte man entgegnen. Immerhin stammt Sänger und Frontmann Dave King selbst aus Dublin, auch wenn es ihn schon vor einiger Zeit in die USA verschlagen hatte. Ob er sich dort, wie es heißt, "auf seine Wurzeln besonnen" oder einfach nur Spaß daran hatte, ist nicht überliefert Tatsache ist, dass er an der amerikanischen Westküste mit einem Trupp Gleichgesinnter die Band Flogging Molly gründete. Mit Erfolg. Nach zwei, erst wenig beachteten Alben kam mit "Within A Mile From Home" der verdiente Durchbruch.
Musikalisch orientiert man sich stark an traditionellen irischen Weisen und Stilrichtungen, wobei die Paarung von Rockbackline und akustischen Instrumenten dem Sound eine ungeheure Wucht verleiht. Typisch amerikanisch ist die phänomenale Präzision, mit der gespielt wird, typisch irisch die Fröhlichkeit, die aus der Musik spricht. Dabei ist die Band durchaus zu einer großen Bandbreite an Klängen in der Lage (ohne die Partytauglichkeit zu verlassen) und auch ihre sehr bildhaften Texte (wie in "On the back of a broken dream") sind nicht zu verachten.
Also: Kann man ruhig mal hören. Und kaufen. Das Leben der Band wird sich durch noch mehr Erfolg vermutlich ohnehin kaum verändern sie sind auch so bereits 300 Tage im Jahr auf Tour. Gut so, denn diese Musik ist schließlich für die Bühne gedacht!
Frank Bongers
CD: Flogging Molly - "Float" (Sideonedummy Records )
Flogging Molly im Internet: www.floggingmolly.com
Sideonedummy Records im Internet: www.sideonedummy.de
Cover: n.n.