Seit seiner Zeit bei Hüsker Dü vor mehr als dreißig Jahren - hat Bob Mould eine lange Karriere hinter sich, die ihm zwar viel Anerkennung, aber nie den großen Erfolg eingebracht hat: Zu eigenwillig und sperrig ist seine Musik. Seit seinen ersten beiden Soloalben "‚Workbook" und "Black Sheets of Rain", auf dem es ihm Anfang der neunziger Jahre gelang, auf einzigartige Weise Punk mit Folk zu verbinden, hat er in den vergangenen Jahren immer wieder versucht, sich neu zu definieren.
Bob
Mould - "District Line"
Bei Mould findet sich alles, was einen guten Songschreiber ausmacht: Kontinuität und Innovationsfreude. Mit "District Line" hat er soeben sein mittlerweile achtes Soloalbum veröffentlicht. Kaum zu glauben, wie es ihm nach dieser langen Zeit im Musikgeschäft noch immer gelingt, rau und eigensinnig zu klingen und trotzdem ein hohes Maß an Verletzlichkeit durchschimmern zu lassen.
Wut und Verzweiflung sind noch immer Themen seiner Songs und wohl auch Antriebsfeder seines Schaffens. Bei "District Line" hat er sich mit dem Fugazi-Schlagzeuger Brendan Canty zusammengetan und sonst alle Instrumente im Alleingang eingespielt. Mit seiner rauen Stimme, die blitzschnell vom zärtlichen ins wutentbrannte umschlagen kann, singt er Lieder über das eigene Altern und die Unmöglichkeit, sich mit dem Erreichten zufrieden zu geben. Denn noch immer ist für Bob Mould Musik eine Möglichkeit, das ‚Ich' zu erforschen. Auf "District Line" finden sich Songs einer Klasse für sich.
Michael Freerix
CD: Bob Mould - "District Line" (Anti Records 86910)
Bob Mould im Internet: www.bobmould.com
Anti Records im Internet: www.anti.com
Cover: n.n.