Der erste Eindruck nach dem Einlegen der CD "Kill To Get Crimson" ist der einer gewissen Gediegenheit. Experimenten ist Mark Knopfler abhold innerhalb seiner Parameter liefert er dafür verlässlich zumindest gutes Handwerk ab. Aber auch nach dreißig Jahren im Geschäft zeigt er sich zu Meisterstückchen im Stande. So auch auf seiner neuen Platte.
Mark
Knopfler - "Kill To Get Crimson"
Kaum jemand wird diese CD hören können, ohne unwillkürlich an Dire Straits zu denken dies liegt bereits an Knopflers Stimme, aber auch an seiner Gitarrenarbeit, die hier zwar nicht die spektakuläre Seite hervorkehrt, aber soundtechnisch und geschmacklich exquisit ist. Meist mit unverzerrten klaren Klängen perlt sein Instrument, lässt und besetzt Räume und strahlt dabei stets ruhige Abgeklärtheit aus.
Ruhig und kontemplativ sind auch die Mehrzahl der Stücke, die Texte meist (altersbedingt?) eher nachdenklich. Alles sehr schön, für Knopfler möglicherweise aber eher Durchschnitt. Beim fünften Stück "We Can Get Wild" ist sie dann plötzlich da, diese federnde Leichtigkeit der früheren Zeiten irgendwo zwischen Dire Straits und Calexico könnte man den Song ansiedeln. Ähnliches gilt für "Punish The Monkey" und "Behind With The Rent", zwei weiteren Highlights, die (wüsste man es nicht besser) gut und gerne Outtakes aus "Brothers In Arms" sein könnten.
Der Titel der Platte ist dem beinahe dylanesken Stück "Let It All Go" entlehnt, in dem Knopfler retrospektiv über das Künstlerleben philosophiert und das Karminrot, das er sich für seine Farbpalette zurückwünscht. "Anyway, now I'm old", meint er außerdem. Sei's drum seine Farben sind jedenfalls noch nicht verblasst.
Frank Bongers
CD: Mark Knopfler - "Kill To Get Crimson"
(Mercury/Universal 1742072)
Mark Knopfler im Internet: www.mark-knopfler.com
Mercury Music Group im Internet: www.mercurymusicgroup.com
Cover: John Bratby