Ist dies eine Sommer- oder eine Winterplatte? Das in schwarzweiß gehaltene Cover, auf dem sich Sängerin Lea Van Loo, warm eingepackt, dem Wind entgegenstemmt, gibt darüber nicht recht Auskunft. Wärmer ums Herz wird einem sofort, wenn man dann die CD in den Player legt.
Gilbert
Isbin Group - "Water with a smile"
Die Klänge, die einen hier empfangen, ließen sich mit akustischem Latin-Samba umschreiben, zumindest, was das erste Stück "Picking A Flower", angeht. Beim (fast) rein akustischem Soundbild bleibt die Gilbert Isbin Group dann auch, stilistisch zeigen sich Gilbert Isbin (g), Peter Vengheluwe (perc) und Vincent De Laat (b) allerdings wesentlich wandelbarer.
Der Grundtenor ist ruhig und schwebend, aber nicht melancholisch. Über allem steht Lea Van Loo mit ihrem Gesang, der alle Register zwischen Jazz, Latin und Folk abdeckt mal kontemplativ wie in "Snake Talk", mal fordernd und energisch, wie in "Letters". Während sich Vengheluwe meist dezent im Hintergrund hält, prägen Isbin, der auch alle Songs schrieb, und De Laat das Geschehen. Beim "Ladybird Song" sind beide auch solistisch zu erleben, ansonsten beschränkt die Band sich auf die Unterstützung des Gesangs.
Anspieltipps wären, neben dem Titelstück auch das behende "Virago" oder das stark von keltischem Folk geprägte "Chestnut Bird". Für Folk-Liebhaber, die nicht auf total traditionellen Sound eingeschworen sind, könnte diese Platte interessant sein.
Frank Bongers
CD: Gilbert Isbin Group - "Water with a smile" (Jazz Halo TS023)
Gilbert Isbin im Internet: users.pandora.be/gilbert.isbin/
Jazz Halo im Internet: www.jazzhalo.com
Cover:Jacky Lepage