Wenn schon, dann gleich richtig müssen sich die beiden Komponisten Hans Joachim Roedelius und Tim Story gedacht haben. Mit "Reinterpretations" gehen gleich zwei Alben an den Start zwölf Originale auf Album eins und deren zwölf Remixe durch Fans und Kollegen auf Album zwei.
Lunz
- "Reinterpretations"
Roedelius, der mit dem Projekt Kluster (später Cluster) Ende der 60er bereits Grundsteine für elektronische Musik legte, um nur eine Geschichte hervorzuheben, ist in Sachen innovativer Musik immer noch ungebrochen aktiv. Tim Story wiederum ist u.a. durch seine Soundtrackarbeit bekannt, sein Soloalbum "Beguiled" ist ebenfalls hörenswert.
Lunz kommen auf dem Originalalbum (Achtung einzeln bereits 2002 erschienen!) mit minimalistischen Songs, entspannten Sounds, sphärischen Klängen daher, alles inspiriert durch Natureindrücke: zur Gründungsidee kam es 1984 anlässlich einer Wanderung im Lunzer Seengebiet die Hommage an die Natur ist Teil des Projektes.
Greift man dann zum zweiten Album, folgt die Überraschung mit ideenreichen Remixen, mit Cracks wie Lloyd Cole, Alias oder Elbow und Icarus an den Reglern und Mixern. Die Umarbeitungen hier teilweise mit dem gesprochenen Wort, mit trashigen Soundlandschaften, aber dennoch gemäßigt und den relaxten Originals nicht allzu entfremdet. Sehr schön, sehr cool und ausgesprochen süchtig machend, das Ganze!
Carina Prange
CD: Lunz - "Reinterpretations" (Grönland 560157 / Virgin / EMI)
Groenland Records im Internet: www.groenland.com
Cover: Walter Schönauer, Jurjen Drenth, Rosa Roedelius