Der Musikwelt hatte Otis Taylor Mitte der 70er enttäuscht den Rücken gekehrt. Zum Glück nicht für immer: der Bassist Kenny Passarelli schaffte es Mitte der 90er, Taylor umzustimmen und wieder auf die Bretter zurückzuholen, die die Welt bedeuten. Und seitdem ist der Weg des singenden, Gitarre, Banjo und Mundharmonika spielenden Bluesmannes wieder einer, der steil nach oben verläuft.
Otis
Taylor - "Double V"
Die eingeschlagene musikalische Route des Vorgängeralbums "Truth Is Not Fiction", das seinen internationalen Durchbruchs darstellte, setzt er mit "Double V" fort: Taylor interpretiert den Blues für sich auf ganz individuelle Weise neu, singt eigene, ergreifende Texte von der Härte des Lebens. Dabei kratzt er nicht an der Oberfläche, sondern dringt in die Tiefen der menschlichen Hölle vor.
Schon allein sein Gesang ohne weitere Instrumentierung, ist in der Lage, einen ganzen Song zu tragen ("Hurry Home"); noch intensiver jedoch wird es, wenn Taylor zu Gitarre oder Mundharmonika greift. Doch dies ist nicht nur eine Soloplatte: Gelegentlich wird es üppiger und eine Trio- bzw. Quartettbesetzung, mit Gitarre/Banjo, Bass und ein oder zwei Celli, gibt der Musik entsprechenden Drive. Ein Meisterwerk des zeitgenössischen Blues!
Carina Prange
CD: Otis Taylor - "Double V" (TELARC CD 83601)
Otis Taylor im Internet: www.otistaylor.com
Telarc International im Internet: www.telarc.com
Cover: Jenkins & Page