Ich mag Bisseh Akamé. Ihre Stimme ist glasklar und makellos. Warum sie sich allerdings Material aus Jazz, Chanson und frühdeutscher Unterhaltungsmusik aus der Feder von Kurt Weill, Friedrich Hollaender oder Bertold Brecht, um nur einige wenige zu nennen, auf die Fahne geschrieben hat, erschließt sich mir nur bedingt.
Bisseh
Akamé - "From Berlin To Broadway"
Glücklicherweise beginnt sich das Album nach sechs dieser Titel in Richtung englischsprachiger Klassiker aus der Jazzgeschichte zu drehen, denn das liegt dem Charakter Akamés Stimme wesentlich näher.
Duke Ellingtons "Satin Doll" ist dabei, "Little Girl Blue" von Rodgers und Hart, aber auch Soul-Klassiker wie "Street Life" der Crusaders oder "Chain Of Fools", geschrieben von Don Covay, finden nach und nach Verwendung und werden von Bisseh Akamé, selbstredend im sparsamen Pianojazz-Stil bei dem die Sängerin lediglich von Harry Ermer am Steinway begleitet wird , tadellos umgesetzt.
Wie gesagt mag ich Akamés Stimme; nicht so sehr jedoch die Wahl ihres Materials und ihre Intonation, die für meinen Geschmack ruhig etwas zurückgenommener hätte sein dürfen.
Am Ende schließt sich der Kreis der immerhin 19 Titel langen CD, die an den für mich unangenehmsten Stellen wie eine Art weiblicher Götz Alsmann klingt, an den besten wie eine gelungene Individual-Behandlung und Neubelebung teils ausgetretener Pfade Bisseh Akamés Version von Antonio Carlos Jobims "Girl From Ipanema", "The Boy From Ipanema", spricht hier Bände.
Michael Arens
CD: Bisseh Akamé - "From Berlin To Broadway" (Awebe Music)
Bisseh Akamé im Internet: www.bissehakame.com
Cover:Sven Grot