Na ich weiß einfach nicht. Wo im Info der Plattenfirma noch von "Atmosphärischen Skizzen zwischen Melancholie und Aufbruchstimmung" die Rede ist, steht bei mir zuerst einmal ein Fragezeichen. "Cherubs Of Love" kommt mir allzu verkrampft daher. Irgendwie verschachtelt, verspielt, verloren?
Moodra
- "Cherubs Of Love"
Sängerin Nathalie Claude hat ein vorsichtiges, eigentlich recht angenehmes Organ. Versucht doch aber auch immer wieder, damit durch Spitzen eine Art pseudomystische, nächtliche Stimmung zu erzeugen. Dabei wäre es doch so einfach gewesen, ihre Stimme einfach da zu lassen, wonach sie sich anhört: In der Lounge.
Immer wieder swingt sich der Jazz durch Nathalies Stimme. Oliver Saar (Saxophon), Roland Neffe (Vibraphon, Percussion) und Johannes Gunkel (Bass) sind die weiteren Mitglieder von Moodra, dessen Bandname mir, je weiter ich mich in die CD reinhöre, immer sinnvoller und richtungweisend erscheint. Die meisten der dreizehn Lieder auf "Cherubs Of Love" sind Eigenkompositionen der Band. Lediglich zwei Titel entspringen dem Fundus der Jazzgeschichte: Michael Franks "Monkey See, Monkey Do" und "But Not For Me" von George und Ira Gershwin.
Die Instrumentierung ist sehr gut, besonders das Vibraphon wird von Neffe geschmeidig und akzentuiert eingesetzt. Und das Booklet kommt mit Songtexten und ansprechendem Design. Ein leicht beunruhigender, aufwühlender Nachgeschmack bleibt aber.
Michael Arens
CD: Moodra - "Cherubs Of Love" (Bos Records BOSREC220-07)
Moodra im Internet: www.moodra.de
Bos Records im Internet: www.bosrecords.de
Cover: Balsi Atelier für Kommunikation