Was sofort auffällt, ist die Auswahl der Songs, die Vokalistin Louise Rogers auf "Come Ready And See Me" getroffen hat. Weit weg von ausgetretenen Coverversionspfaden interpretiert und verfeinert Rogers hier Songs bzw. Songstrukturen von Mike Manieri ("Islands"), Oscar Hammerstein II und Jerome Kern ("This Song Is You") oder Jerry Bergonzi ("Conjunction"). Dazu verfasste Rogers ihre eigenen Texte, die mich schließlich zum Kernthema des Albums führen: Der Stimme.
Louise
Rogers - "Come Ready And See Me"
Denn Louise Rogers hat ein außergewöhnliches Organ. Nicht, dass ihre Stimme besser als die der großen Konkurrenz wäre. Allerdings bearbeitet sie die Stücke auf recht ungewöhnliche Art und Weise. So schafft sie es, jedem Lied ihren eigenen, unvergleichlichen Stempel aufzudrücken. Hier und da erinnert die Stimme und deren Akzentuierung an die Zwanziger Jahre, an Klassische Musik, an Vera Lynn oder Rosemary Clooney.
Dass diese interpretatorische Vorlage mitunter an Grenzen stößt und die acht Songs von "Come Ready And See Me" nicht immer ganz eingängig erscheinen, ist verständlich. Dass man dem Album aber eine faire Chance geben sollte, soll an dieser Stelle klar unterstrichen werden.
"Come Ready And See Me" ist kein Album, das sich einem nach dem ersten Hören erschließt oder verstehen lässt. Und genau das ist schließlich auch das überaus Faszinierende am Gesamtkonzept der von Louise Rogers im Alleingang vertriebenen CD!
Michael Arens
CD: Louise Rogers - "Come Ready And See Me" (Konnex Records/Jazz-Network.com)
Louise Rogers im Internet: www.louiserogers.org
CD Baby im Internet: www.cdbaby.com
Cover: Lilia Levin