Jazz ist es nicht eigentlich, was die texanische Sängerin Twana Rhodes auf ihrem zweiten Album "Thru the night" so von sich gibt. Eher eine Mischung aus Southern Rock und ein Hauch Blues. Aber sie hat eine tolle Stimme, und allein das hebt sie von der Mehrzahl der heutigen Sängerinnen ab: Da ist mehr Qualität vorhanden als bei so manchen hochgelobten Jazz-Newcomerinnen.
Twana
Rhodes - "Thru the night"
Twana Rhodes hat lange gebraucht für die Fertigstellung dieses Albums. Nicht eben "Thru the night", sondern ganze 7 Jahre durch, wie sie selbst sagt, Dunkelheit, Enttäuschung, Hoffnung, Entbehrung, Vertrauen, Verlust, schließlich die Geburt ihres Kindes und einiges mehr. Aber das Ergebnis war das Warten wert. "Thru the night" zeigt die facettenreiche Stimme einer unverbrauchten Sängerin, zeigt Songs, die unter die Haut gehen, zeigt Texte, die sich um die verschiedenen Aspekte der Liebe drehen und dabei auch noch intelligent daherkommen.
"Thru the night" ist eine Melodie gewordene Liebeserklärung an das Leben, welches der in Berlin lebenden Künstlerin offensichtlich schon mehr als einmal übel mitgespielt zu haben scheint. Aber wer von uns könnte da nicht mit einstimmen? Musikalisch begleitet wird Twana Rhodes von einer hochkarätigen Band um den Pianisten Hendrik Sol, Felix Wahnschaffe am Saxophon, Kai Brückner an der Gitarre und dem Keyboarder und Produzenten Adam Holzman, der lange Jahre ein Wegbegleiter von Miles Davis war.
Twana Rhodes selber machte sich einen Namen mit einer einjährigen Revue in Berlin und einem Aufsehen erregenden Auftritt mit Al Jarreau und George Benson beim Stuttgart Jazz Open Festival. "Thru the night" ist das Ergebnis ihrer gesammelten Erfahrungen im Musikalischen wie im Privaten. "Thru the night" nimmt uns mit auf eine Reise durch die Nacht, die Liebe, das Leben...
Hermann Mennenga
CD: Twana Rhodes - "Thru the night" (Nagel-Heyer CD 2057)
Twana Rhodes im Internet: www.twana-rhodes.com
Nagel-Heyer Records im Internet: www.nagelheyer.de
Cover: n.n.