Wenn Jazz-Urgestein Sam Rivers zusammen mit dem dänischen Jazzdrummer Kresten Osgood eine Platte aufnimmt, treffen Generationen aufeinander. Die Alben "Purple Violets" und "Violet Violets" letzteres erscheint noch in diesem Jahr sind das Ergebnis dieses außergewöhnlichen Aufeinandertreffens.
Rivers/Osgood/Street/Carrott
- "Purple Violets"
Spannend ist es allemal, wenn der 81-Jährige Free-Jazz-Saxofonist Sam Rivers sein Soprano in virtuosen Ausflügen über Ellingtons "The Mooche" gleiten lässt, oder mit seinem warmen Tenor-Ton das swingende "Solace" intoniert, während Kresten Osgood am Schlagzeug und Ben Street am Kontrabass einen klar konturierten Modern-Jazz-Groove unterlegen. Einigen Tracks wie Osgoods "Where to go?!?" verleiht der hervorragende Bryan Carrott am Vibraphon zudem eine besonders relaxte Atmosphäre.
Gegen Ende steuert das Album immer weiter in Richtung Free-Jazz. Manch wildes Klangexperiment wie etwa das Saxophon-Schlagzeug-Duett "Turbulence", setzt eine große Hörbereitschaft voraus, auf ungewohntes musikalisches Terrain folgen zu wollen. Musik zum Kuscheln bietet "Purple Violets" nicht. Stattdessen einen 50minütigen spannenden Ausflug auf die Spielwiese namens "Jazz".
Johannes Kloth
CD: Rivers/Osgood/Street/Carrott
- "Purple Violets"
(Stunt Records/SunnyMoon STUCD 04162 )
Sam Rivers im Internet: www.rivbea.com
Stunt Records im Internet: www.sundance.dk
Cover: Paul Wilson at yellow1