Eine Vocal-Jazz-CD nur mit begleitender Gitarre einzuspielen, das erfordert erstmal eines: Mut. Zweitens natürlich Können. Ellen Demos hat beides. Aber sie hat in Mike Nielsen obendrein einen ausgezeichneten, phantasievoll und virtuos agierenden Begleiter. Und singen kann sie, wie gesagt...
Ellen
Demos - "Osmosis"
Die Amerikanerin stürzt sich mit "You don't know what love is" gleich auf ein bekanntes Stück und meistert dies perfekt: Ihre Stimme hat genügend Volumen um gemeinsam mit der Gitarre den Raum zu füllen, der bei anderen Aufnahmen dieses Genres gerne mit Orchestern zuarrangiert wird. Manchmal ist weniger mehr der erste, kommerzielle Eindruck, täuscht jedoch, wie das zweite Stück "Uncorked" zeigt, das sich mehr in Richtung Improvisation lehnt.
Überhaupt zeigt sich die Repertoirewahl vielseitig: im Gitarren/ Jazzvocal-Gewand verpackt, gewinnt man auch Hendrix "Little Wing" und Claptons "River of Tears" neue Aspekte ab bei letzterem gesellt sich noch Mike Buckleys Sopransax zum ansonsten sparsamen Sound. Neben zwei Eigenkompositionen finden sich auf der Platte noch eine schöne Version von Monks "Round Midnight", ein Stück von Chick Corea und eine weitere Hendrix-Komposition.
Für die Freunde sparsam arrangierten, aber gut interpretierten kammermusikalischen Jazzgesangs ist diese CD bestimmt einen Platz unter dem Weihnachtsbaum wert. Spannend aber die Vorstellung, wie diese Sängerin mit größerer Besetzung klingen könnte...
Frank Bongers
CD: Ellen Demos - "Osmosis" (Eigenvertrieb/CD Baby)
Ellen Demos im Internet: www.allaboutjazz.com
CD Baby im Internet: www.cdbaby.com
Cover: Ciarán Mc Manus