Man kommt nicht umher, einen Vergleich mit dem 90er-Jahre-Duo "Tab Two" zu bemühen, spricht man über "Magic", das erste Solo-Album des Trompeters Christoph Titz. Doch wer einen musikalischen Abklatsch der Acid-Jazz-Formation vermutet, liegt falsch.
Christoph
Titz - "Magic"
Ob als Bühnenmusiker für Marla Glen oder Reinhard Mey, als Gastmusiker in der Combo der Harald-Schmidt-Show oder als Studio-Musiker zahlreicher CD-Aufnahmen für verschiedenste Künstler: bisher agierte Christoph Titz musikalisch eher im Hintergrund. Mit "Magic" legt er jetzt ein erstaunliches Solo-Debut mit ausschließlich eigenen Songs vor. Titz fasst den Jazzbegriff weit, seine Musik ist wahrscheinlich eher in einer Berliner "In-Bar" zu hören als in einem klassischen Jazzclub. Ein Gespür für eingängige Melodie-Linien, wie wir sie von Trompeter Joo Kraus kennen, sorgt jedoch dafür, dass sich kein einziger der 14 Tracks im Loungemusik-Einerlei verliert.
Christoph Titz sucht die Pausen, lässt zunächst Gero Körner an Keyboards und Fender Rhodes einen Klangteppich flechten oder Bassist Christian von Kaphengst ein Groove-Riff entwickeln, bevor er mit seinem sanften Ton die Federführung übernimmt. Mit dem Bossa-angehauchten "Finally Alone" ist ihm sogar ein wahrhaft musikalisches Kleinod gelungen - melancholisch und fröhlich zugleich, über das TV-Total-Gitarrist (!) Philip Niessen wunderschön soliert. Einmal den Weg in den Player gefunden, ist "Magic" eine CD, die diesen auch so schnell nicht wieder verlässt.
Johannes Kloth
CD: Christoph Titz - "Magic" (PARACD001)
Christoph Titz im Internet: www.christophtitz.de
Parashoot im Internet: www.parashoot.de
Cover: www.buerokubik.de, Köln / Photos: Philip Lethen