Jarry Singla - "Planetarium"
Fünf Jahre nach der Gründung des Quartetts "Jarry Singla & Blumenbein" durch den deutsch-indischen Pianisten Jarry Singla erscheint mit "Planetarium" das zweite Werk der Gruppe. Man könnte den Höreindruck dieser CD auch mit dem einer schönen, anregenden Konversation vergleichen, oder mit dem Ablauf eines Tages, der langsam beginnt, sich steigert, das Interesse fesselt und dann zum zum erneuten Durchleben aufruft.
Jarry
Singla - "Planetarium"
Ein verschleierter, hintergründiger Bass unterlegt ein etwas lauteres Piano von noch weiter hinten erklingt ein Saxophon. Wie der beginnende Tag geht das Schlagzeug in "To have a bath" zu schnellerem Rhythmus über, gefolgt von leichten, hellen Tönen des Klaviers. Wir treten früh morgens mit den ersten Leuten auf die Straße, die Stadt erwacht, wir jedoch bleiben müßig im Café sitzen und beobachten das beginnende Treiben. Wie der stetig zunehmende Verkehr wird auch der Bass lauter, und das Saxophon meldet sich klangstark zurück.
Der Rhythmus pegelt sich ein, ergibt sich dem Fluß der Stadt alle Instrumente sind jetzt wach, vermischen sich langsam und sachte. Ein Gespräch, das immer wieder aufflammt, beginnt sich in unserem Café einzustellen, das Klavier wird von der draußen stetig treibenden Kraft erst mitgezogen, dann wieder beruhigt.
Geisterhände kommen ins Spiel, greifen in die Tastatur, führen die Unterhaltung weiter. Trompetenschall treibt welke Blätter fort, der Takt wird wieder aufgenommen, das Klavier nähert sich behutsam den Schlußakkorden: Entspannung stellt sich ein, wie nach einem emotionalen Gespräch. In "Lullum" sind die Passanten schließlich vorüber. Langsam wird es Zeit zum Aufbruch... bis zum nächsten Mal.
Ulrike Kreß
CD: Jarry Singla - "Planetarium" (shaa-music 1014-1002)
Jarry Singla im Internet: www.blumenbein.de
shaa-music im Internet: www.shaa-music.de
Cover: Fides Friedeberg