Ketil Bjørnstads neues Album "The Nest" bildet einen geschlossen wirkenden Zyklus, eine Abfolge gesungener und instrumentaler Titel, die genauso Elemente der klassischen Musik zeigt, wie dem Jazz entlehnte. Dabei sind die Quellen, auf die Bjørnstad sich bezieht, alles andere als homogen.
Ketil
Bjørnstad - "The Nest"
Zum einen vertont der Pianist Gedichte von Hart Crane (1899-1932) denen die ausgezeichneten Gastsängerin Anneli Drecker ihre Stimme leiht - zum anderen greift er auf bereits existierendes Material zurück, welches von ihm für das Theaterstück "Undset" als Hommage an die Autorin Sigrid Undset konzipiert wurde.
Bjørnstad selbst hält sich zurück, zeigt seine Qualitäten als Begleitmusiker und Meister des dezenten Pianospiels. Das Violinspiel Nora Taksdals erzeugt zusätzlich Wärme und Harmonie, die den Hörer wie auf einer Wolke davonschweben lassen. Hervorzuheben außerdem Eivind Aarset an der E-Gitarre und die dezent im Hintergrund gehaltenen Samplingteppiche und Perkussionklänge von Kjetil Bjerkestrand.
Das Gesamtbild zeigt lyrisch-zarte bis melancholische Farben. Tiefgehend strahlen die Songs gleichsam vor Ruhe, vermitteln das Gefühl von Entspannung und Meditation. Ein neues, phantastisches Meisterstück des Schriftstellers und Musikers Ketil Bjørnstad.
Carina Prange
CD: Ketil Bjørnstad - "The Nest" (Emarcy CD 004400671532)
Ketil Bjørnstad im Internet: www.ketilbjornstad.com
Universal Jazz im Internet: www.jazzecho.de
Cover: n.n.
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Bjørnstad - "Das musikalisch Erforderliche" - Interview (erschienen: 27.3.2003)