Larry Alexanders Bruder, der Pianist Monty Alexander, hat es schon lange geschafft, sich in die Herzen des hiesigen Publikums zu spielen. Bei Larry Alexander selbst hingegen zögert der deutsche Hörer, bis ihm die Stimme zu dem Namen - oder umgekehrt - einfällt. Das liegt wohl auch daran, daß Larry Alexanders Lebensweg eben nicht stets der eines Musikers war.
Larry
Alexander -"I am who sings"
Der Job als Media Director einer Werbeagentur beanspruchte für einige Zeit vollkommen - erst seit einigen Jahren stellt er jetzt wieder hundertprozentig die Qualitäten seines Gesangs in den Vordergrund. Larry Alexander besitzt eine dem Ohr schmeichelnde Stimme, und setzt sie ein mit einer Leichtigkeit, die eine gute Portion Erotik enthält - extreme Wechsel der Tonlage und große Intervalle stellen wahrlich keine Hürden für ihn dar.
Auf dem in der Schweiz aufgenommenen Album finden sich, gleichermaßen genußvoll interpretiert, Fremd- und Eigenkompositionen, teilweise mit der WDR-Bigband arrangiert. Da erscheint balladesk ein unter die Haut gehender Jaques Brel-Song, dann wieder eigene Stücke von Alexander: ruhig dahingroovender Swing. Auch der Bob Marley-Song "Is this Love" findet sich in ungewohnter Gemütsruhe auf diesem Album wieder.
"I am who sings" ist Vocaljazz der angenehmsten Art, klingt nach großer Bühne - und lädt doch gleichzeitig voll Herz und Seele zur Kontemplation ein.
Carina Prange
CD: Larry Alexander -"I am who sings" (CDLR/Bellaphon 728622)
Bellaphon im Internet: www.bellaphon.de
Cover:Urs Bossard / Gerd Müller