Jacobien Vlasman Quartet - "Infant Eyes"
Jacobien Vlasman hat mit ihrem Debüt ein kleines Meisterwerk hingelegt - ein großer Schritt in Richtung Erfolg ist damit getan. Nur jetzt nicht auf den Lorbeeren ausruhen, es gilt noch mehr zu gewinnen! "Infant Eyes" deutet nicht darauf hin, daß hier kindlich-naiv in der Gegend herumgesungen würde, sondern Jacobien hat sich eine offene, spontane Herangehensweise an die unterschiedlichen Gesangsstücke bewahrt.
Jacobien
Vlasman Quartet - "Infant Eyes"
Etwa zur Hälfte handelt es sich um Songs, die in erster Linie Duette mit Vlasmans Gitarristen Kai Brückner präsentieren - ein excellent zusammenarbeitendes Team. Auch im Quartett kommt der Gesang gut zur Geltung - warm, spontan, gekonnt, oft wortlos - aber ganz und gar nicht silben- oder ausdruckslos. Die Instrumentalisten halten sich dezent und unterstützend im Hintergrund - außer Kai Brückner tummeln sich Johannes Gunkel am Bass und Rainer Winch am Schlagzeug.
Nur zwei Eigenkompositionen ("Melancholischer Sonntag" und "Der Tolpatsch") zieren das Album - ansonsten handelt es sich um Standards ("Freddie the Freeloader"), um Stücke von Berliner "Szene-Jazzern" und ein Kurzstück des Gitarristen: "December", das den Abschluß der Platte bildet. - Insgesamt eine eigenwillige Mischung von Textgesang und Scat, von individueller Interpretation und Anlehnung an Vorgaben, von Frohsinn und Melancholie. Schön!
Carina Prange
CD: Jacobien Vlasman - "Infant Eyes" (Timescraper 2012)
Timescraper im Internet: www.timescraper.de