Puristisch dargeboten von Bill Ware am elektrifizierten Vibraphon und Mark Ribot an der elektrischen Gitarre, ist "Sir Duke" eine Verneigung vor Duke Ellington, der am 29. April stolze einhunderteins Jahre alt geworden wäre. Von seiner Royal Highness sind zehn Songs zu hören, die längst zum "Kollektiven Unterbewußtsein" jedes Jazzfans gehören.
Bill
Ware - "Sir Duke"
Bill Ware spielte bereits mit den Jazz Passengers, dem Groove Collective und der wiedervereinigten Gruppe Steely Dan. Seinen eigenen unverwechselbaren Sound schuf Ware, indem er die Resonatorröhren und deren drehbare Verschlußklappen unter seinem Vibraphon abschraubte und den Output seines Instruments direkt durch einen Roland JC-120 Gitarrenverstärker schickte. Bei "Sir Duke" wird Ware von dem New Yorker Gitarristen Mark Ribot, ebenfalls elektrisch, begleitet. Ellingtons Kompositionen vertragen diese Art der Elektrifizierung - unbeschadet swingen sie auch im neuen Jahrtausend.
Man hätte sich auch bei dieser kleinen Besetzung gewünscht, daß das Ganze - "Sir Duke" - als Zusammenspiel von Vibraphon und Gitarre mehr ergeben würde, als die Summe seiner Einzelteile. Bei aller Innovationsfreude ist dies leider - neuer Sound hin oder her - nicht so recht der Fall. - Lang lebe der Duke!
Rainer Voss
CD: Bill Ware - "Sir Duke" (Knitting Factory KFW295)
Knitting Factory im Internet: www.knittingfactory.com
Cover: Motoi Nakamura