Gert Anklam: "Solo"
"Die Welt ist Klang - klangliche Welten." Beinahe könnte man mit diesem Satz eine Rezension zum obigen Werk beginnen und beenden - wenn der Leser wüßte, was hier soviel mit Klang und Raum zu tun hat ...
Gert
Anklam ist auf allen eingespielten Takes, die im Rahmen eines Konzertes
aufgenommen wurden, ganz alleine mit dem Baritonsaxophon zu erleben. Er
spielt dabei mit den Schwingungen, die seine erzeugten Töne auf wundersame
Weise im Raum hin und zurückwerfen. Der Raum ist auch wieder etwas Besonderes:
Es ist die Kuppelhalle des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig.
Wenn man die Akustik dieser Halle meistern kann, sich nicht in ihr verliert, sondern mit seinem Instrument genau weiß, wo man steht, dann kann so etwas produziert werden wie diese Einspielungen: Ein einmaliges Werk des Solo-Spiels, der meditativen Kraft von Musik, des Auslotens von Raum und Zeit und der Entführung des Zuhörers ins Irreale.
Wichtige
Anmerkung: Die Aufnahmen sind mit dem Aufnahmesystem HARP* gemacht worden,
es wurde versucht, "alle Elemente des klanglichen Ereignisses möglichst
real wiederzugeben." - Es klingt alles authentisch und ist in der engen
Verbindung von gespielter Musik und den örtlichen Gegenheiten nirgendwo
anders nachholbar.
Carina Prange
* "Holistic Audio Recording Process", ein vom Tonmeister Knut Becker entwickeltes Aufnahmesystem
CD: Gert Anklam - "Solo" (Label Harp)
Gert Anklam im Internet: http://www.anklang.de
Foto: Carrier O´Donoghue
Cover: Gert Anklam / Beate Gatscha