Axiom of Choice
Haus der Kulturen der Welt, Berlin, Sa. 17.4. 04
Es gibt Musik, die unterhält. Man hat den Abend angenehm verbracht und geht aufgeräumt nach Hause. Es gibt aber auch Musik, die, bei aller Schönheit, gefangen nimmt, in Atem hält und nachklingt.
Axiom
of Choice
So war, und so ist das Konzert des Sextetts "Axiom of Choice" aus Los Angeles, das am 17. April im Haus der Kulturen bei den Iran-Tagen auftrat. Auch in verkleinerter Besetzung haben die Musiker um Loga Ramin Torkian (Vierteltongitarre, Saz, Samples) und Mamak Khadem (Stimme) Texte des mittelalterlichen persischen Poeten und Astronomen Omar Khayyam (1048? - 1131) akustisch "entfaltet", getreu dem Titel ihres letzten Albums "Unfolding" (Narada Records).
Orientalische Tonskalen als kompositorische Wahlaxiome: Rahmen und solistische Freiräume zugleich, die Souren Baronian (ss, clar) und Dmitrios Mahlis (Bouzouki, klassische Guitarre), bestens begleitet von Doug Lunn (elektrischem Bass) und Chris Wabbich (ethnische Perkussion), souverän abschritten und überschritten.
Und zuletzt die heftig herbeiapplaudierte zweite Zugabe: Torkian erneut mit seiner Erfindung, der Vierteltongitarre mit beweglichen Bünden, nur begleitet von Khadems eindringlicher Stimme, zum Gedenken an seinen Vater. Ein großes musikalisches Ereignis.
Thomas Götzelt
Foto: Tom Vitti