Café Harlem, Berlin, Sa. 1.2.2003
Lasses 'n' Lads , das sind zwei akustische Gitarren, ein Cello, eine Stimme und eine elektronische Drumbox. Letztere ist momentan noch eine Übergangslösung, wie es heißt, und das ist auch gut so. Denn sie schränkt das "Acoustic-Fusion"-Quintett hörbar in seinem Potential ein.
Lasses
'n' Lads
Vor allem live ist das störend, wie bei der Record Release Party zur Debüt-CD "Reflections ..." im Cafe Harlem, einem etabliertem Live-Musikladen im Berliner Prenzlauer Berg. Der vorprogrammierte Klang der Rhythmusmaschine läßt leider keinen Raum für Improvisationen, die das Salz in der Suppe des bestens aufeinander eingespielten Gitarristen-Duos Steffen Krüger und Frank Lenz hätte sein können.
Dabei schreien Songs wie "Babes In The Wood" von Noel Brazil oder die Eigenkomposition "Eyes Of Libero" geradezu danach, auf der Bühne vom ursprünglich starren Konzept abzuweichen. Leider ändert sich die feste Struktur auch nicht bei den Songs, bei denen das elektronischen Hilfsmittels ausgeschaltet bleibt. So ist das Konzert eine relativ genaue Widergabe der zweifelsohne gelungenen CD.
Handwerklich gut gemacht erhält sie ihr besonderes Flair durch das Spiel der jungen Cellistin Julia Halter sowie der einprägsamen Stimme von Steffi Pätsch. Das kam beim Publikum im Cafe Harlem an, und so wurden Balladen wie "Carried The Cross" oder "Heaven Down Here" mit starkem Applaus goutiert. Standards wie "Take Five" oder das unvermeidliche "Girl From Ipanema" fielen jedoch durch.
Insgesamt war der Gig im Harlem jedoch eine gelungene Vorstellung der neuen CD, an der Live-Performance sollte jedoch noch gefeilt werden - möglichst mit einem Drummer oder Percussionisten aus Fleisch und Blut.
Rainer Voss