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"Fließend, eingängig, entspannt … aber mit Tiefe,
Groove und Energie", das wären beschreibende Worte, die einem beim Hören von
"Radio Jazz", dem neuen Album des in Mannheim lebenden Saxophonisten
und Labelchefs Olaf Schönborn unwillkürlich in den Sinn kommen. Orientiert
hat sich der in Mannheim lebende Musiker und Labelchef für seine Kompositionen
unter anderem an Vorbildern wie Pat Metheny und Vince Mendoza. Aber auch der
Altsaxophonist Adderley fasziniert ihn, „ …weil da jeder Ton vor Energie und
Gefühl vibriert, gerade auch bei den Balladen!“ Da ist Schönborn selbst ganz
dicht dran, ist ihm doch ein warmer voller Ton auf dem Saxophon vertrauter
als lautes, unsortiertes Geschrei auf dem Instrument.
Ohne dabei nostalgisch zu werden, nimmt Schönborn mit „Radio Jazz" Bezug auf eine andere, gar nicht allzu lang zurückliegende Zeit – als das Radio mit einer reichhaltigen Musikauswahl und buntem Jazzprogramm das Hören noch zu einem Ereignis machte. Für Schönborn, den „großen Radiofan", wie er sich selbst bezeichnet, war das Radio lange die wichtigste Inspirationsquelle, auch wenn es heute, in Zeiten des „Formatradio", das immer nur die ewig gleichen Hits rauf und runternudelt, erscheint, als wäre dies alles eine Ewigkeit her. Musik, wie man sie gern im Radio hören würde!
Mit „Q4" hat sich Schönborn einen vielfach deutbaren Bandnamen ausgesucht – der sich aber bei Kenntnis seiner Erstausbildung leichter erschließt, hat er doch ein abgeschlossenes Lehramtsstudium mit den Fächern Geographie und Englisch vorzuweisen: „Q4 steht, natürlich wegen der Viererbesetzung, ganz offensichtlich für das englische ‚Quartet‘. Das Kürzel ist aber auch ein ganz liebevoller kartografischer Verweis auf meine Heimat Mannheim", ergänzt Schönborn verschmitzt, „einer Stadt, in der es keine Straßen, sondern nur Planquadrate gibt. Ich lebe in ‚E7‘ und in ‚Q4‘ befindet sich mein Lieblingssaftladen…"
Besetzung:
Olaf Schönborn: Saxophon
Tilman Bruno: Percussion
Daniel Stelter: Gitarre
Martin Simon: Kontrabass
Mehr Informationen im Internet:
www.olafschoenborn.com
| www.radio-jazz.de
| www.jazznarts.com
04.04.2008 Böblingen, Stadthalle
05.04.2008 Mannheim, Schloss
10.04.2008 Frankfurt, Jazzkeller
11.04.2008 Karlsruhe, Tempel
12.04.2008 Tübingen, Hauptbahnhof
03.05.2008 Königsbrunn Jazznacht
04.05.2008 Aalen, Cafè Dannenmann
18.05.2008 Rüsselsheim, Rind
24.05.2008 Heilbronn, Cave 54
28.05.2008 Köln, WDR-Live "Resonanzen"
29.05.2008 Leverkusen, Topos
31.05.2008 Berlin, B-Flat
09.06.2008 Freiburg, Gasthaus Schützen
15.06.2008 Ludwigshafen, Brauerei Meier
22.06.2008 Idstein Jazzfestival
19.07.2008 Ludwigshafen, Turm 33
30.08.2008 Landau Kultursommer
20.09.2008 Mannheim, Schlossfest
21.09.2008 Saarbrücken, Jazzclub Domicil
Zunächst erbringt „Radio Jazz" den Beweis, dass auch „Jazz diesseits des Smooth" radiotauglich sein kann: Es sind ideenreiche, subtil arrangierte und melodische Kompositionen; ein Hauch von Latin, ein spürbarer, energetischer Touch südamerikanischen Feelings kommt hier auf – aber nicht ohne dezente Eigenwilligkeiten.
Olaf
Schönborn's Q4 - "Radio Jazz"
Review
bei Jazzdimensions:
Olaf Schönborn's Q4
- "Radio Jazz" (erschienen: 7.4.2008)
Der schwierige Balanceakt, die Musik gleichzeitig so „perfect and sophisticated" wie eingängig und kurzweilig, kurz – einfach schön – zu gestalten, ist hier gelungen: Eine derart kraftvolle und prägnante, im positiven Sinne „ins Ohr gehende", Leitmelodie wie beispielsweise bei „For Pat" hat man im Jazz wohl seit Spyro Gyra nicht mehr gehört. Das grooveorientierte „Im Zug" lebt von seinem ostinaten Bassriff, über das Schönborn ein energiegeladenes Saxophonsolo aufspannt. Fast elegisch und transzendent hingegen kommt die Ballade „When Love Breaks Down" (im Original von Prefab Sprout) einher, immer wieder gebrochen durch entspannt freundliche Latin-Einlagen. Jede der Kompositionen auf „Radio Jazz" kommt in detailreichem, individuellen Gewand einher – Füllmaterial sucht man auf „Radio Jazz" vergebens; an diesem Album wird man auch längere Zeit Freude haben.